“Hauptamt und Ehrenamt gehen Hand in Hand” — BGW und AWO profitieren von Fördermitteln des ESF
Seit 2022 besteht das „Bielefelder Modell“ an der Brockeiche 8–10 in Altenhagen: Als Kooperationspartner der BGW ist der AWO Kreisverband Bielefeld e.V. mit einem Pflege- und Quartiersbüro vor Ort. Ergänzend ist der Trägerverein Café 3B in der Wohnanlage präsent. Im Rahmen einer „Mitteltaktveranstaltung“, die an der Brockeiche in Altenhagen stattgefunden hat, zogen die BGW und AWO eine durchweg positive Bilanz ihrer gemeinsamen Initiative.

Zogen eine positive Bilanz ihrer Initiative: (v.l.n.r.): Karin Haist (Demografie-Expertin und Referentin des Abends), Mesut Can (Café 3B), Florian Hans (AWO Kreisverband Bielefeld), Loredana Amico (AWO Kreisverband Bielefeld), Oliver Klingelberg (Leiter Sozialmanagement BGW), Sonja Heckmann (AWO Kreisverband Bielefeld) Foto: BGW/Susanne Freitag
Erstmals nehmen die BGW und die AWO an dem Standort des „Bielefelder Modells“ Fördermittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Anspruch: Im Rahmen des ESF+-Projektes „Gemeinschaft leben in einem vielfältigen Quartier“ werden seit 2022 für einen Förderzeitraum von insgesamt sechs Jahren Angebote der sozialen Teilhabe, Begegnungsmöglichkeiten und ortsnahe Beratung für ganz Altenhagen finanziell unterstützt. Gefördert werden dabei rund 1,5 Personalstellen in diesem Zeitraum.
„Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen, der BGW und dem Café 3B sind bereits vielfältige Aktivitäten umgesetzt worden“, zogen Loredana Amico und Florian Hans, die beiden hauptamtlichen Kräfte des AWO-Quartiersbüros, bei der „Mittel-taktveranstaltung“ am 29. Oktober 2026 eine durchweg positive Bilanz. Während Loredana Amico für die Bereiche Bildung, Beratung und Information zuständig ist und eine offene Sprechstunde, Workshops und Infoveranstaltungen anbietet, betreut ihr Kollege Florian Hans das bürgerschaftliche Engagement und das Wohncafé, das mit einem abwechslungsreichen Programm aufwartet: vom Tanztreff über Lachyoga bis zum Kreativangebot, vom Spiele- und Filmeabend bis zum Spaziergang. „Bei all diesen Aktivitäten gehen Haupt- und Ehrenamt Hand in Hand“, betonte Florian Hans.
Wie wichtig ehrenamtliches Engagement bei der Quartiersarbeit ist, machte auch die Demografie-Expertin Karin Haist in einem Impulsvortrag deutlich. Angesichts des steigenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung und der gleichzeitigen Überlastung der Pflegesysteme wachse der Bedarf an lokalen sorgenden Gemeinschaften und seniorenfreundlichen Sozialräumen.
Bei der Erfüllung der hier zu leistenden Aufgaben sei vor allem bei den im Ruhestand befindlichen Boomern ein hohes ehrenamtliches Potenzial zu erkennen: „60 Prozent von ihnen sind zum Ehrenamt bereit, und ein großer Teil kann sich dieses Engagement in der Stadtteil- und Nachbarschaftshilfe vorstellen.“