Aktuelles Sofagespräch der BGW: Zuhörer, Seelsorger und Organisator in einer Person
Zuhörer, Seelsorger und Organisator in einer Person – so beschreibt Andreas Niehaus die Eigenschaften eines Bestatters. Der 50-Jährige weiß, wovon er spricht: Bereits als Jugendlicher hat er in dem väterlichen Bestattungshaus mitgeholfen und 2002 gemeinsam mit seinen Brüdern den Betrieb übernommen. Über seinen Beruf und den Umgang mit dem Tod berichtete der Inhaber des Bestattungshauses Im Stift bei einem „Sofagespräch im Quartier“ im Wohncafé des Bielefelder Modells Am Pfarracker in Schildesche.

Im Gespräch: Andreas Niehaus (li.) und Radio Bielefeld-Moderator Dirk Sluyter
Seit 75 Jahren ist das Unternehmen im Familienbesitz: Der Großvater von Andreas Niehaus hatte 1951 die Tischlerei mit angegliedertem Bestattungsbetrieb erworben. Seit 2005 ist der gelernte Industriekaufmann Andreas Niehaus Bestattermeister: „Mein Interesse am Umgang mit Menschen, am Begleiten, Betreuen und Helfen haben mich zu dem Wechsel bewogen“, sagt er und betont: „Ohne Empathie kann man diesen Beruf nicht ausüben.“ So sei es ihm wichtig, den Angehörigen ausreichend Zeit zu geben, um sich von dem Verstorbenen zu verabschieden und Trauerfeiern so zu gestalten, dass sie bei aller Schwere die Lebensgeschichte des Verstorbenen erzählen und die Erinnerungen an ihn wach halten.
Neben der Vorbereitung und Durchführung von Beerdigungen sowie der Abwicklung sämtlicher Formalitäten habe in den vergangenen Jahren die Bestattungsvorsorge stark zugenommen: „Viele Menschen wollen damit nicht nur ihre Angehörigen entlasten, sondern auch sicher stellen, dass nach ihrem Tod ihre individuellen Wünsche berücksichtigt werden.“
Zwischen 5.000 und 6.000 Euro kostet aktuell eine Feuerbestattung, während für die Erdbestattung zwischen 7.000 und 8.000 Euro anfallen. Obwohl sich immer mehr Menschen für ein Urnenbegräbnis entscheiden, hat Andreas Niehaus für sich eine klare Präferenz: „Ich bevorzuge die Beisetzung in einem Sarg. Denn bei einem Urnenbegräbnis wird dem natürlichen Prozess viel vorweggenommen.“